Sphäroguss
Gusseisen mit Kugelgraphit oder Sphäroguss wird seit gut 50 Jahren industriell gefertigt. Die Eigenschaften des Gusseisens sind technisch gut nutzbar, da im Vergleich zu herkömmlichen Gusseisen mit Lamellengraphit die kugelige Graphitausbildung zu einer wesentlich höheren Festigkeit und einer hohen Duktilität führt, was dem Werkstoff ermöglicht, Überlastungen durch plastische Verformungen abzubauen und/oder schlagartige Belastungen ohne Bruch zu ertragen.
Das günstige Preis-Leistungs-Verhältnis, dieser Gusswerkstoffgruppe lässt den Sphäroguss zunehmend in die Anwendungsbereiche vordringen, die früher anderen Werkstoffen und Herstellungsverfahren vorbehalten waren. Im Metallbereich werden zunehmend hochbelastete Bauteile aus Gusseisen mit Lamellengraphit sowie Umformteile, bei denen die Fertigungskosten höher liegen, durch Sphäroguss ersetzt.
Neben diesen Vorteilen lassen sich dank der guten Vergießbarkeit dieser Werkstoffe heute auch hochkomplexe Integralgussteile fertigen, die unter Einsparung der Bearbeitungskosten für die Teilefügung zudem vielfach wegen der herausragenden Eigenschaften massereduziert ausgeführt werden können.
Durch das vorausschauende Simulieren der Gieß- und Abkühlungsbedingungen sowie lokaler mechanischer Festigkeiten und der virtuellen CAD-Daten basierten Bauteilgestaltung werden sowohl dem Konstrukteur als auch dem Gießer zuverlässige computerunterstützte Werkzeuge in die Hand gegeben, die es erlauben, die gießtechnischen Potenziale von Gussteil und Werkstoff voll auszuschöpfen.
Dadurch wird das bereits sehr hohe Qualitätsniveau weiter verbessert und die Wirtschaftlichkeit gegenüber anderen Fertigungsverfahren erhöht.
